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Hoffen auf ein baldiges Ende der Sanierungsarbeiten: Pfarrer Sebastian Krause (links) und Diplom-Ingenieur Andreas Rehbein vor der Kirche in Kammerbach.

Es wird noch dauern, bis in Kammerbachs Kirche wieder ein Gottesdienst zelebriert werden kann: Seit Oktober ist das wegen umfangreicher Sanierungsmaßnahmen nicht mehr möglich. So soll es weitergehen.

Weitere drei Monate dürften die Handwerker noch zu tun haben. Deshalb predigt Pfarrer Sebastian Krause vor allem eines: Geduld. „Sportlich“ nennt Andreas Rehbein dieses ambitionierte Vorhaben. Das Wetter müsse mitspielen, meint der 36-jährige Diplom-Ingenieur und Juniorchef des gleichnamigen Ingenieur- und Planungsbüros aus Großalmerode, das für die Gesamtbauleitung verantwortlich zeichnet und alle Aufträge an Firmen in der Region vergeben hat.

Als Termin für die Wiedereröffnung hat Pfarrer Krause die Osternacht am 21. April ins Auge gefasst. Dann soll für die gesamte Kirchengemeinde, zu der neben Kammerbach auch Dudenrode, Hilgershausen, Orferode und Weißenbach gehören, ein zentraler Gottesdienst gefeiert werden. Klappt das nicht, denkt der Seelsorger an die Konfirmation am ersten Sonntag im Mai.

Schon in den 1990er Jahren, also lange bevor Krause im Jahr 2013 die Pfarrei Dudenrode-Orferode übernahm, waren Anträge zur Sanierung von Dach und Kirchturm gestellt worden. Dach- und Deckenbalken des Kirchenschiffes waren vor allem auf der Nordseite durch Feuchtigkeit „extrem geschädigt“, weshalb nach Angaben von Rehbein zur Stabilisierung des Tragwerkes schon Notabstützungen erforderlich waren. Es wurden außerdem zusätzliche Balken und Stahldrahtwerke eingezogen.

Inzwischen sind zwar alle maroden Hölzer ausgewechselt, aber es bleibt noch viel zu tun. So muss das Dach des Kirchenschiffes komplett neu eingedeckt werden. Dabei sollen die alten Großalmeröder Tonziegel wiederverwendet werden. Wegen ihrer Salzglasur, erläutert der Fachmann, seien die extrem widerstandsfähig und deshalb haltbar. Neu verputzt werden müsse im Inneren die Decke des Kirchenschiffes. Und völlig neu verschiefert werde der Kirchturm, der sich im Laufe der Zeit leicht nach Osten geneigt habe.

Bevor die Handwerker das Gotteshaus in Beschlag nahmen, wurde die Orgel aus dem frühen 19. Jahrhundert durch einen Orgelbauer aus Trendelburg abgebaut und dort bis zum Wiederaufbau auch ausgelagert. Die Kirche selbst wurde laut Krause vermutlich um das Jahr 1300 errichtet. Urkundliche Erwähnungen dazu fänden sich aber nicht. Im Jahr 1827 sei die Kirche erweitert worden, wovon eine entsprechende Inschrift über dem Portal zeugt. Taufstein und Kanzel stammten noch aus der Zeit vor der Reformation.

Das derzeitige Projekt kostet insgesamt rund 320.000 Euro. 30.000 Euro steuert die Denkmalpflege zur Finanzierung bei. Den großen Rest trägt laut Krause im Wesentlichen die Landeskirche.

Quelle: hna.de, Foto: Chris Cortis
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